Quintessenzen
An dieser Stelle möchte ich kurz und kommentarlos noch einmal
wiedergeben, was für jede/n einzelne/n meiner acht GesprächspartnerInnen
die Arbeit mit Releasing ausmacht.
MARIA: "Ja, und ich hab beim Releasing auch einfach erfahren,
dass
ich Vertrauen in meine Entwicklung, in meinen Weg haben kann."
SUSANNE: "Also, zur Releasingarbeit gehört ganz viel Liebe,
und
das ist etwas, was ich in dieser Arbeit immer wieder spüre, wieviel
Liebe unter den Leuten fließt, die da miteinander arbeiten."
FRIEDA: "Man sieht Einsamkeit, man sieht Verlassensein, man sieht
plötzlich so viel. Man erkennt es, und man kann es loslassen."
ULLI: "Viele Menschen, die heute noch Gewalt ausüben, haben
vielleicht nie im Leben Liebe erfahren. Releasing ist für mich
bedingungslose
Liebe."
MARCU: "Was ich am Releasing am meisten schätze
ist, denke ich, die Partnerschaft wieder zu spüren, die
Verbindung wieder zu fühlen, die ich zu Gott habe. In
Kontakt mit der bedingungslosen Liebe zu sein."
JOHANNES: "Für mich ist noch sehr wichtig, dass Releasing
auf der
Herzensebene passiert. Da wird nicht nur oberflächlich über
irgendwas
gelabert, sondern im Releasing komme ich direkt auf den Punkt."
KARIAN: "Alles in Allem hebt Releasing für mich die Dualität
auf."
MAX: "Releasing hat einfach mein Gottesbild verändert. Von
einer
Art, die mir nicht gut getan hat, hin zu einer Art, mit der ich mir
gestatten
darf auch als spirituelles Wesen anzukommen und das im Äußeren
zu manifestieren, was ich im Inneren mitgebracht habe."
Entwicklung individueller Lebensthemen (Gesprächsausschnitt)
"Kann ich meiner eigenen Kraft vertrauen?" Diese Frage hat
sich Max oft in seinem Leben gestellt und oft mit "Nein"
beantwortet. Diese Kraft, die ihm so vertrauensunwürdig erschien,
hielt Max konsequenterweise lange Zeit eingesperrt. Im folgenden Gesprächsabschnitt
lässt uns Max sowohl an der Ursachenforschung, wie auch an dem
wunderbaren Wandel seines Lebensthemas, hin zu einem Quell der Freude,
teilnehmen.
"Wo sind die inneren Teile, denen ich vertrauen kann und
welches sind die Qualitäten, die ich habe."
"Ich glaube ein ganz wichtiges Thema in meinem Leben ist, das
hab ich auch eben schon angesprochen, meine Kraft und meine Qualitäten
zu leben, mich dieser Kraft zu stellen und sie auch anzuerkennen und
mich damit der Welt zu zeigen. Das hat auch im weitesten Sinne für
mich mit der Frage zu tun wofür bin ich eigentlich da, wofür
bin ich hergekommen, wo finde ich meinen Sinn?"
"Ich habe mehr überlebt als zu leben."
"Mein Lebensthema hat, glaube ich, viel damit zu tun, dass ich
meine Eltern früh verloren habe, weil kein Fokus da war, wo es
für mich hingeht, ich hab da keine Orientierung gehabt. Ich hab
auch aus dieser Zeit heraus viel damit zu tun gehabt durchzukommen
und mit dem einen oder anderen Aspekt des Lebens zu kämpfen. Das
hat mich vielleicht auf `ne bestimmte Art innerlich gefordert, so dass
ich mit meiner Kraft nicht frei war, weil ich verstrickt war in alten
Mustern und Botschaften, die ich gelebt habe. Allein nur so'n alter
Satz aus meiner Kindheit, den ich vorhin schon mal erwähnt habe:
'Es ist schwierig im Leben das Glück zu finden, egal was man dafür
tut, wahrscheinlich klappt es sowieso nicht'.
So gab es etliches, was mich in meiner Tiefe festgehalten hat, was
meine Kraft auch gebunden hat, so dass ich mich nicht getraut habe,
mich dem Leben wirklich zu stellen. Da hab ich viel von mir nicht gelebt,
hab mich nicht getraut nach Neuem zu schauen, Wagnisse einzugehen.
Ich hab einfach nur geguckt, dass ich durchkomme und mich mit dem,
was mir ein bisschen Halt geben kann, zufriedengegeben."
"Ein Risiko hätte das Leben ja wieder schwerer
machen können."
"Das ist so was, was sich durch mein Leben gezogen hat
und was sich speziell im Kontakt mit meiner Releasingarbeit,
mit dem Anschauen und dem Loslassen meiner alten Muster, ganz
entscheidend geändert hat. Früher war der Tenor
halt 'Ich stelle mich dem Leben lieber nicht, denn dann könnte
ja was Schlimmes passieren' und 'Meiner eigenen Kraft kann
ich ja sowieso nicht vertrauen'."
"Manchmal fühlt es sich wie ne Euphorie an, meine Kraft
zu erfahren und rauszugehen."
"Das hat sich sehr, sehr geändert – ich hab meinen
Blick hoch genommen und ich trau mich jetzt zu schauen und rauszugehen.
Es ist halt insofern noch Thema, dass der schwierige Teil jetzt vorbei
ist für mich, ich dieses Thema jetzt aber als etwas Gutes für
mich habe – es ist eine große Freude!"
Welche Prozesse waren an dieser Wandlung maßgeblich beteiligt?
"Ich habe die Erfahrung von Vertrauen gemacht."
"Ohne dass ich weiß, was da nun wirklich passiert
ist, ist mir das Vertrauen in mich selbst und in meine Kraft
in der Releasingarbeit wieder begegnet. Im Kontakt mit dieser
Arbeit habe ich einfach erfahren, da kann ich vertrauen und
habs dann einfach getan. Das war, glaube ich, das Allerwichtigste
dabei, zu erfahren dass ich dieser Arbeit trauen kann, und
dass ich dadurch auch mir selbst wieder trauen kann. Das ist
die gute Kraft gewesen, die das Ganze auf'n Weg gebracht hat.
Ja und der Rest war dann fast von selbst."
Als ich Max frage, ob er auch unangenehme Erfahrung mit der Releasingarbeit
gemacht habe, hökert er lange mit der Antwort herum.
"Da fällt mir jetzt nichts ein – ich bin auch sicher,
dass ich das nicht erlebt habe auf die Art, wo es unterm Strich wirklich
negativ gewesen ist. Es gab sicher mal Momente, wo ich gesagt hab 'Komisch,
das versteh ich nicht, muss ich mir das jetzt antun?' Wo allerdings
der gute Gewinn für mich ziemlich schnell offensichtlich war.
Also ich wüsste jetzt nichts – du siehst ja, wie lange ich
schon gebraucht hab,
überhaupt ne Antwort zu finden. Damit will ich jetzt nichts schön
reden, was diese Arbeit angeht, aber ich habe diese Erfahrung eben
nicht. Aber es gibt vieles, was ich mit der Releasingarbeit noch erreichen
möchte – wieder ein Beweis, dass es mir gut damit geht."
Relevanz der Ergebnisse
Die Ergebnisse meiner Forschungsarbeit sind an keine bestimmte Zielgruppe
gerichtet, es sei denn, ich würde diese Zielgruppe definieren
als die der "am seelischen Wachstum interessierten Menschen".
Ich denke, die gesellschaftliche Relevanz meiner Ergebnisse besteht
darin, dass wirklich jeder Mensch, das in dieser Arbeit aufgezeigte
'Erlebenspanorama' für sich als Denkanstoß nutzen kann.
Jeder Mensch erlebt Zeiten der Desorientierung, der Verzweiflung, der
Stagnation und der persönlichen Abgründe, in denen es sehr
hilfreich sein kann zu erfahren, wie andere Menschen damit umgegangen
sind. Auch mögen viele Menschen von der Kälte und dem Egoismus
im täglichen Umgang miteinander – und allzu oft leider gegeneinander
– frustriert sein und die in dieser Arbeit gewonnenen Ergebnisse
als eine Möglichkeit und als einen Appell für ein liebevolleres,
sensibleres
Miteinander begreifen.
Die Ergebnisse meiner Arbeit zeigen deutlich auf, dass Selbstverwirklichung
und Wachstum möglich sind, ohne dabei 'über Leichen zu gehen'
und dies auf Kosten anderer in die Tat umzusetzen. Der/die LeserIn
kann nachvollziehen, wie jede/r einzelne meiner GesprächspartnerInnen
in seinem/ihren Entwicklungsverlauf begonnen hat, mehr und mehr Verantwortung
für die eigenen Gefühle und Handlungen zu übernehmen.
Mit der Methode des Releasing zeige ich einen Weg auf, dessen VertreterInnen
sich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst sind, wobei
immer an erster Stelle steht, 'dem Ganzen' zu dienen. Damit ist ein
soziales Engagement vor der eigenen Haustür gemeint, welches die
Wahrnehmung anderer Menschen in ihrer Ganzheit und Einzigartigkeit
mit einbezieht und welches eine Voraussetzung für
ein humanes soziales Klima ist.
Ich denke, dass auch Menschen in Heilberufen eine Anregung durch diese
Arbeit erhalten können, ist es für sie doch wichtig, den
Menschen als eine Einheit von Körper, Geist und Seele zu verstehen,
um möglichen Störungen auf allen Ebenen gleichermaßen
begegnen zu können – nicht die Krankheit wird behandelt,
sondern der Mensch.
Auch in Bereichen der Erziehung wie Schulen und Kindergärten
finde ich es erstrebenswert, jungen Menschen einen Weg aufzuzeigen,
welcher ihnen eine Alternative zu Konkurrenz und Leistungsdruck bietet
und welcher es ihnen erlaubt, unter Berücksichtigung ihrer Talente
und Fähigkeiten, ihre Aufgabe im Leben zu finden.
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