Interview mit Andrea M. Köster
Frau Köster, Sie haben Ihre Diplomarbeit zum Thema Releasing
geschrieben. Warum haben Sie gerade dieses Thema gewählt? Was
war Ihre Motivation?
Meine Diplomarbeit hat mich lange begleitet und ist zu einem Teil meiner
selbst geworden. Aus diesem Grunde wollte und konnte ich nur über
ein Thema schreiben, welches mich wirklich berührt und welches
eine Herzensangelegenheit für mich ist. Auch habe ich nicht wirklich
darüber nachgedacht, worüber ich forschen möchte, sondern
dieses Thema 'Releasing' war so präsent und von so großem
Interesse für mich, daß es eigentlich nur noch darum ging,
einen Professor zu finden, dessen Forschungsansatz umfassend und sensibel
genug ist, um diesem Thema gerecht werden zu können. Mein Wunsch
war es von Anfang an, eine Brücke zu schlagen zwischen Wissenschaft
und Spiritualität, zwischen Forschen und Fühlen. Die Psychologie
hat lange Zeit darum gekämpft, um als Wissenschaft überhaupt
anerkannt zu werden - ich denke, dieser Kampf ist vorbei und es geht
für uns alle darum mutig neue Wege zu gehen und für das einzustehen,
was wir als Wahrheit in unserem eigenen Herzen spüren.
War es schwierig im universitären Rahmen ein spirituelles
Thema zu bearbeiten?
In Professor Dr. Ingard Langer, der meine Diplomarbeit betreut hat,
habe ich einen Menschen gefunden, der es mir leicht gemacht hat dieses,
für den universitären Rahmen etwas ungewöhnliche Forschungsthema,
zu realisieren. Durch seine behutsame und doch zielgerichtete Betreuung,
habe ich erfahren, daß genau das wissenschaftliche Relevanz hat,
was für den einzelnen, aus seiner subjektiven Betrachtung heraus,
wichtig ist. Nur wenn wir aufmerksam, mit allen Aspekten unseres Seins,
unserem Gegenüber zuhören, können wir etwas von diesem
anderen Menschen erfahren. Das ist die Art zu forschen, die mir Inghard
nahegebracht hat, die für mich zukunftsweisend ist und wofür
ich ihm zutiefst dankbar bin.
Was hat Sie dazu bewogen Ihre Arbeit als Buch zu veröffentlichen?
Das war auch so ein Gedanke, welcher ganz plötzlich als eine
Mischung aus Wunsch und Gewissheit in mir war und der dann nach und
nach Gestalt annahm. Meine Diplomarbeit war für mich nicht bloß
eine Pflicht, die es für das Studium zu erledigen galt. Im Gegenteil
hatte ich das Gefühl, etwas mitteilen zu wollen, was anderen Menschen
eine Unterstützung auf ihrem Weg sein kann. Dabei habe ich das
große Glück gehabt, im Rahmen dieser Arbeit mit Menschen
zu sprechen, die mir ihre tiefsten Gefühle ohne Vorbehalte mitgeteilt
haben. Was ich von diesen acht Männern und Frauen erfahren und
gelernt habe, wollte ich gern an andere Menschen weitergeben, um ihnen
Mut zu machen, ihrem eigenen Weg und sich selbst zu vertrauen.
Was ist Ihrer Meinung nach die Kernaussage dieses Buches?
Das Herzstück des Buches sind die acht Gespräche, in denen
meine GesprächspartnerInnen von sich erzählen. In denen sie
von ihren Schwierigkeiten, aber auch von ihren Lichtmomenten auf ihrem
Lebensweg berichten. Für mich war es dabei faszinierend, daß
niemand von ihnen, egal wie schwer es auch manchmal gewesen sein mag,
resigniert hat. Ganz deutlich trat bei jedem einzelnen Menschen jener
Teil hervor, der nach Wachstum und Entwicklung strebt, auch wenn der
Weg dorthin manchmal durch ein Dornengestrüpp führt. Ich
denke, daß jedes Lebewesen diesen entwicklungsorientierten Teil
in sich trägt, der nur darauf wartet erschlossen zu werden und
unter geeigneten Bedingungen zu expandieren. Lebensglück und spirituelle
Entfaltung sind nicht wenigen Auserwählten vorbehalten, sondern
für all jene da, die "ja" sagen zu sich selbst, die
"ja" sagen zum Fluss des Lebens. Ob dies nun mithilfe von
Releasing oder irgendwie anders geschieht, ist für mich zweitrangig
-wichtig ist nur, daß wir uns die Chance zu einem erfüllten
Leben geben. Für viele Menschen, denen ich begegnet bin, ist Releasing
dabei eine unschätzbare Hilfe gewesen. Diesen Weg, als einen von
vielen, möchte ich in diesem Buch als eine Orientierungshilfe
aufzeigen.
Was sehen Sie als Ihre Lebensaufgabe?
Meine Lebensaufgabe sehe ich im Bereich der Heilung und der Kommunikation.
Kurz gesagt, ist es meine Aufgabe dem Höchsten Geist zu dienen.
Auf meinem eigenen Weg habe ich sehr viel Unterstützung und Wohlwollen
erfahren. Das möchte ich nun an andere Menschen und an unsere
Erde weitergeben. Wo immer auch mich mein Leben aus der geistigen Führung
heraus hintragen wird, erfahre ich von Moment zu Moment. Diesem Weg
mit einem offenen Herzen zu folgen, ist die Herausforderung. Pläne
zu machen bedeutet Gott zu amüsieren.
Möchten Sie abschließend noch etwas Wichtiges zu Ihrem
Buch sagen?
Ja, ich will jetzt auch dieses Buch loslassen, denn es ist eine Gemeinschafts-produktion
all der guten Kräfte und der Menschen, die sich von diesen Kräften
inspirieren lassen und die es auf den Weg gebracht haben. Danke!!!
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